Es geht los!!

ver“FLUCHT“e COMICS

Comics haben in der Regel einen lustigen Hintergrund und vermitteln eine Botschaft. Beim Zeichner bildet sich in der Regel vor dem eigentlichen Zeichnen eine Meinung, eine Aussage, die ausgedrückt werden soll. Erst dann kann er die Kunstform bedienen. Hier setzt ein Teil des  Projektes an. Als ein zentraler Punkt dient hierbei eine Lesung mit Ausstellung des Comiczeichners Robert Kleist und einer Diskussionsrunde. Er hat einen Comicband erstellt, bei dem es um die Flucht einer somalischen Sprinterin geht die geflüchtet ist, um an den olympischen Spielen in London teilzunehmen. Der einzige Weg hierzu führte über die Flucht aus Somalia. Die Flucht und der Tod der Sportlerin auf dem Mittelmeer ist Thema des Buches. Dieser Vortrag dient als Rahmen bzw. Anker. Im Rahmen des Projektes werden Kinder und Jugendliche eingeladen selber den Stift in die Hand zu nehmen. Die Kinder und Jugendlichen sollen unter Anleitung eines bekannten Comic-Zeichners aus unserer Stadt selbst Comics/Cortoons zeichnen und entwerfen. Hintergrund ist es, das Thema Flucht, das Streben nach Sicherheit und die Auseinandersetzung mit dem Tod künstlerisch, speziell zeichnerisch zu erfassen und idealerweise durch die Darstellung in einem Cartoon zu reflektieren. Flüchtlinge in Frankfurt (Oder) sind in die Workshops integriert und geben durch ihre persönlichen Geschichte Anregungen und Ideen.

Wir sind gespannt.

Das Projekt wird unterstützt und gefördert durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“

 

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Grundschule Mitte Frankfurt / Oder

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Fotograf I’voire Lau

 

Gemeinsam mit den syrischen Geflüchteten Rafid und Nazir und 22 Schülern der 6. Klasse der Grundschule Mitte konnten wir am 21.04.2015 im Rahmen eines Projekttages nun bereits zum 4. Mal unseren Workshop „50 Millionen Flüchtlinge – 50 Millionen Schicksale“ durchführen. Mit dem Ziel, sich mit der Thematik Flucht, der Situation der Geflüchteten in ihrer Heimat und deren Situation nach ihrem Ankommen in Deutschland auseinanderzusetzen, erarbeiteten wir gemeinsam mit den Schülern die Gründe und die Motivation einer Flucht und reflektierten diese anschließend mit den Erfahrungen der Geflüchteten. Was nehme ich mit auf eine Flucht, welchen Gefahren war ich dabei ausgesetzt und durch welche Maßnahmen  können wir gemeinsam zur besseren Integration von Geflüchteten in Frankfurt (Oder) unterstützen?

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Fotograf I’voire Lau

 

Diese und viele andere  Fragen wurden diskutiert und Erlebtes konnten durch die Berichte und Erfahrungen von Rafid und Nazir greifbar gemacht werden.

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Fotograf I’voire Lau

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Fotograf I’voire Lau

Viele Fragen und die Anteilnahme der Schüler zeigten uns einmal mehr, wie wichtig es ist diese Erfahrungen weiterzugeben um somit einen guten Beitrag für ein besseres Verständnis und Miteinander zu schaffen. Zum Abschluss unseres Workshops gab es einen kleinen Arabischkurs, in dem die Schüler gemeinschaftlich ihre Namen in arabischer Schrift an der Tafel zusammen trugen.

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Fotograf I’voire Lau

 

Alle Bilder sind von I’voire Lau

 

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Projektbericht: 50 Millionen Flüchtlinge 50 Millionen Schicksale

Da hier eine Sammlung unserer Projektberichte entsteht, an dieser Stelle ein Rückblick auf den Pilottag in der Erich Kästner Schule Frankfurt / Oder

 

Vielen Dank an Maika, Steffi, Maren und Sahra und natürlich an Rafid, Nazeer und Yaman.

 

Die Thematik der Flucht ist in Frankfurt in aller Munde. Teils sehr positiv, teils sehr von Vorurteilen geprägt. Diese Vorurteile wollen wir helfen zu beseitigen. Beseitigen, indem wir versuchen Barrieren abzubauen. Barrieren, die aus Angst und Unwissenheit entstehen. Aus diesem Grund haben wir, der Verein “Vielfalt statt Einfalt”, ein Projekt für Schüler aller Klassenstufen entwickelt, in dem wir uns gemeinsam mit dem Thema Flucht auseinandersetzen möchten.

Aus welchen Gründen fliehen Menschen? Wie groß muss die Not sein, sein Heimatland zu verlassen und Frau und Kinder zurück zu lassen? Und was können wir für Geflüchtete tun?

Gemeinsam mit den Schülern der Klasse 6b der Erich-Kästner-Grundschule konnten wir dieses Konzept ausprobieren. Mit der Klassenleiterin Frau Jäger und drei syrischen Geflüchteten haben wir im Rahmen eines Projekttages versucht Antworten auf diese Fragen zu finden.

Nach kurzer Vorstellung unseres Vereins „Vielfalt statt Einfalt – für ein freundliches Frankfurt (Oder)“, der Erläuterung unserer Motivation und unserer Ziele, einer Schilderung über die Herkunft Geflüchteter, sowie einer Darstellung der aktuellen und voraussichtlichen zu erwartenden Asylbewerberzahlen in Frankfurt, machten wir uns zusammen mit den Schülern an die Arbeit.

Sehr schnell wurde deutlich, dass ein großes Interesse an der Thematik besteht, denn es gab bereits viele Fragen und es wurde aktiv von Erlebtem und Gehörtem berichtet. Begriffe wie Asyl und der Ablauf eines Asylverfahrens waren den Schülern nicht fremd.

Mit der Intention bei den Schülern ein Verständnis für die Umstände einer Flucht zu vermitteln, trugen die Schüler gemeinschaftlich Gründe zusammen, welche sie zu einer Flucht zwingen würden. Sie überlegten welche Dinge sie auf diese beschwerliche Reise mitnehmen würden und werteten diese anschließend, unter Begründung ihrer Gedanken und Antworten, aus. Einen kurzen Einblick über das was den Geflüchteten nach der Ankunft in einer der zentralen Erstaufnahmestellen wie in Eisenhüttenstadt erwartet, sowie über das Leben und die Bedingungen in den Gemeinschaftsunterkünften im Land Brandenburg konnten wir anschließend durch einen gezeigten Kurzfilm geben.

Nach einer kurzen Verschnaufpause für die Schüler und auch für uns, freuten wir uns nun endlich unsere bereits mit Spannung erwarteten Freunde Rafid, Yaman und Nazir begrüßen zu dürfen, die den wohl lebendigsten und intensivsten Teil unseres Workshops ausmachten.

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Mit sehr persönlichen Worten und Schilderungen berichteten sie über ihr bisheriges Leben, ihrem beruflichen Werdegang und den Gründen die eine Flucht und somit eine schmerzhafte Trennung von ihren Familien nicht vermeiden ließ. Eindrucksvoll berichteten sie von Erlebnissen aus dem Kriegsgebiet Syrien, der Hoffnung auf Frieden und Freiheit, sowie der Sehnsucht nach ihren Familien und Freunden. Es wurde sehr deutliche, dass die Strapazen, die Entbehrungen und vor allem die Ungewissheit die solch eine Flucht mit sich bringt nur einer Sache dient, nämlich dem Entkommen vor dem eigenen Tode, dem Entkommen vor Korruption und dem Zwang des Töten müssens.

Gemeinsam mit den Schülern zeichneten die drei den Weg aus ihrem Heimatland Syrien nach Deutschland, der teilweise zu Fuß, mit dem Schiff, per Auto mit Schleusern oder auch mit dem Flugzeug genommen wurde, auf einer Karte ein und es wurde mit Spannung verfolgt, welche Hürden hierbei zu nehmen waren. Schnell wurde klar, dass Geflüchtete in der Realität selten so viel mitnehmen können, wie sie nach Meinung der Schüler eigentlich bräuchten und dass die Bedeutung eines Handys zur Kommunikation mit den zurückgelassenen Familienmitgliedern oder ein Familienfoto weit mehr Wert ist, als viele andere im ersten Moment wichtig erscheinende Dinge.

Zusammen wurde weiterhin überlegt, welche Kriterien erfüllt werden müssen, um sich in seiner Umgebung und seinem Land sicher zu fühlen und es wurde deutlich, dass diese Kriterien derzeit in sehr vielen Krisengebieten der Welt nicht erfüllt werden können und somit sehr viele Menschen zu Flucht gezwungen sind.

Auch über ihr derzeitiges Leben in Frankfurt (Oder) wurde berichtet, über die Gegebenheiten und Lebensbedingungen in der Oderlandkaserne, über fehlende Freizeitmöglichkeiten und dem trostlosen Dasein vieler Flüchtlinge, deren Tagesablauf nur vom Essen und Schlafen bestimmt ist, denn aufgrund von Sprachbarrieren kaum die Möglichkeit besteht mit Einheimischen in den Kontakt zu treten. Rafid, ein Ingenieur der Textilindustrie, der neben der deutschen Sprache noch drei weitere Sprachen beherrscht, Yaman, der in Syrien als Finanzkontrolleur in einer Elektrofirma beschäftigt war und Nazir, der als Augenarzt tätig war – alle hegen den Wunsch endlich wieder einer Beschäftigung nachzugehen.

Mit großer Begeisterung gab es anschließend einen kleinen Arabischkurs, in dem die Aussprache von Höflichkeitsfloskeln wie „Guten Tag“, „Mein Name ist…“ und „Auf Wiedersehen“ im arabischen geübt wurde.

Ein sehr offener und freundlicher Umgang zwischen den Schülern und den Geflüchteten zeigte uns einmal mehr, dass es sich lohnt gemeinsam in den Kontakt zu treten und dass es wichtig ist Begegnungen zu schaffen, dass man voneinander profitieren, lernen und vor allem auch jede Menge Spaß haben kann. Wir möchten unterstützen die Scheu vor den “Fremden” zu überwinden, um gemeinsam zu erkennen dass die, die zunächst fremd erscheinen, eigentlich gar nicht anders sind als wir.

Und das Ergebnis:

Hallo Fr. ……………………..,es war ein sehr lehrreicher und schöner Vormittag. Die Kinder fanden ihn ,cooool’ und waren sehr angetan von den drei Gästen. Wir würden uns freuen, wenn auch wir Ihnen bzw. dem Verein Gutes tuen könnten.
Das freut uns dann ja auch.
Speziellen Dank an Steffi und Maika!!!
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